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Architektur
von Hans Kolpak am 15.12.08

© Tomas Caspers
Ich fand es schon immer schön, 'par terre' zu wohnen, also ebenerdig. Was habe ich von einer Treppe ins Hochparterre? Besteht vielleicht Hochwassergefahr? Ein Haus kann auch auf Stelzen stehen. Dann fließt das Wasser eben durch das Haus und nicht um es herum.
Ach ja! Der Eingang zur Volksbank Viersen-Süchteln wurde mit einer schick beleuchten Stolperkante versehen. Rollstuhlfahrer und Rolatorenschieber dürfen jetzt ein paar Meter Umweg absolvieren, um die Barrierefreiheit dieses schwachsinnigen aber hypermodernen Volkseinganges zu verifizieren. Solche eine Architektur macht mich aggressiv. Das ist aber nicht der Grund, warum ich von Süchteln nach Jade umgezogen bin.
Da kommt ein gedankenverlorener pubertierender Jüngling des Wegs, der kaum seine Füße hochkriegt, weil er schlurft wie ein alter Mann, bleibt an der Architektenkante des Volkeinganges hängen, knallt mit seinem Aknegesicht gegen die Glastür und kündigt nach seinem Krankenhausaufenthalt sein Girokonto bei der Volksbank, weil er die Nase voll hat von barrierefreier Baukunst. Passiert ist es meines Wissens nicht. Doch - nichts ist unmöglich!
Oder was verstehen Sie unter Barrierefreiheit am Bau? Der Architekt Thomas Drexel aus Augsburg jedenfalls hat es begriffen: "Es beginnt bei der Eingangsplanung mit dem Verzicht auf unnötige Treppen und Schwellen zum Haus.".
Hans Kolpak
Innovative Bausoftware
Permalink: Einfach für Alte oder einfach für Alle?
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Wong
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