Streicheleinheiten: Solarindustriepreis an Politiker und Banken
abgelegt im Archiv Energieversorgung am 24.11.08
Am 19. November verleiht der Bundesverband Solarwirtschaft zum vierten Mal den Deutschen Solarindustriepreis an Politiker und Banken. So bedankt sich der Verband im Namen von 700 Unternehmen für ein freundliches Wirtschaftsklima durch Subventionen und Bankkredite, das 60.000 Beschäftigten in Deutschland in 2007 sieben Milliarden Euro Umsatz bescherte. Das ist wie Weihnachten das ganze Jahr hindurch.
Umweltministerin Tanja Gönner in Baden-Württemberg und Bundestagsabgeordneter Ulrich Kelber sind in 2008 die Preisträger. Dies sind Streicheleinheiten einer Lobby, die in Bereiche drängt, die nur aufgrund der Einspeisevergütung reizvoll sind. Sie muß sich davor hüten, daß mittelfristig nicht der Trend ins Gegenteil umschlägt. Warum?
Pressemeldungen wie am 9. Mai 2008 sind einfach zu billig und zu dick aufgetragen, um nicht durchschaut zu werden: "Carsten Körnig, Geschäftsführer Bundesverband Solarwirtschaft, rügt die genannten Praktiken scharf: "Offensichtlich wollen einige Netzbetreiber und Energieversorger mit aller Macht den gesetzlich verankerten und politisch gewollten Ausbau der Erneuerbaren Energien in Deutschland untergraben. Die Einschüchterungen treffen vor allem Privatpersonen, die juristische Auseinandersetzungen mit den Unternehmen scheuen."
Den Bundesverband Solarwirtschaft e. V. verblüfft es nicht, dass die Probleme gerade jetzt gehäuft auftreten. Aktuell berät der deutsche Bundestag über die Zukunft der Solarförderung in Deutschland. Noch vor der Sommerpause wird mit einer Entscheidung gerechnet. Das dem Energieversorger RWE AG nahestehende Rheinisch-Westfälische Institut für Wirtschaftsforschung (RWI) aus Essen forderte jüngst, die Solarförderung um 30 Prozent zu kappen."
Carsten Körnig plärrt wie ein kleines Kind, dem man den Schnuller aus dem Mund gezogen hat. Daß das Vorgehen der Netzbetreiber physikalische und wirtschaftliche Hintergründe haben könnte, kommt ihm nicht in den Sinn und interessiert ihn überhaupt nicht. Er wird ja von der Solarwirtschaft gesponsort.
Dipl.-Phys. Dr. Lutz Niemann versucht, diesen groben Unfug an den deutschen Steuerzahlern und an den deutschen Stromkunden in verständliche Worte zu fassen: "Mit Solarstrom wird heute von den Betreibern der Anlagen ein legales Geschäft auf Kosten aller anderen Stromverbraucher betrieben. Es geht diesen Leuten nicht um die Stromerzeugung, sondern es geht um Geld: Die Betreiber der Anlagen speisen ihren Strom ins Netz ein und erhalten für die Erzeugung eine Vergütung von ca. 50ct/kWh. Für ihren Eigenverbrauch kaufen sie ihren Strom aus dem Netz zurück und bezahlen dafür einen Preis von 20 ct/kWh. Eine so handelnde Volkswirtschaft kann nicht überleben.
Vergleich mit den Gurken in der DDR: Mein Bekannter war Gärtner und lieferte damals in der DDR die Gurken für 1 Mark an den staatlichen Konsumladen. War die Ernte zu wenig, ging er vorn in den Laden und kaufte seine eignen Gurken für 30 Pfennige zurück, um diese erneut wieder anzuliefern, eine Kreislaufwirtschaft besonderer Art, die mit zum Zusammenbruch der DDR in 1989 beitrug."
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Lieber Leser! Unternehmer und Politiker, die bei solchen Lügen und Betrügereien nicht einmal rot anlaufen, sollten sich öfter in die Mittagssonne legen, damit sie so aussehen, wie sie sind. Die einen steckt man ins Gefängnis, die anderen erhalten Preise. Ich sag' Ihnen was: Das ist zwar schlimm und macht das deutsche Volk arm, aber der zweite Weltkrieg war viel schlimmer und viele Deutsche sind umsonst gestorben. Ich danke Gott und der deutschen Politik auf Knien, daß wir ohne Krieg ausbluten dürfen.
Hans Kolpak
Innovative Bausoftware
Tags: Solarindustriepreis Solarwirtschaft Subventionen Kredite
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Wong
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