Fachplaner

Zürich treibt Solarstromproduktion voran

abgelegt im Archiv Energieversorgung am 13.11.08

Am 13. November rief der führende Solarstromanbieter der Schweiz zum neunten Mal per Ausschreibung dazu auf, Solaranlagen zu bauen. Die ewz Energie Wasser Zürich ist ein Unternehmen der Stadt Zürich und sieht zwei Modelle vor, die die Gepflogenheiten in der Bundesrepublik Deutschland in einem etwas anderen Licht erscheinen lassen. Worin bestehen die Unterschiede?


"Gemäss dem neuen Energiegesetz des Bundes (EnG) gibt es zwei Modelle für die Förderung der erneuerbaren Energien. Einerseits die kostendeckende Einspeisevergütung KEV (Art. 7a) und andererseits das freie Marktmodell (Art. 7b)."

"ewz setzt seit der Einführung der ewz.solarstrombörse im Jahr 1996 auf das marktwirtschaftliche Modell und hat ihn in den letzten Jahren auf Strom aus Wasser, Wind und Biomasse ausgedehnt. ewz hat als eines der wenigen Energieversorgungsunternehmen dank seinem Engagement mit dem marktwirtschaftlichen Modell eine zusätzliche Förderung erneuerbarer Energien bewirkt."

In der Schweiz wurde offensichtlich der umgekehrte Weg beschritten. Eine Wirtschaftlichkeit zu ermitteln, obliegt dem Anlagenbetreiber und nicht den Ideologen einer Partei. Damit hat das am 13.11. veröffentlichte Ziel der ewz eine ganz andere Grundlage als die ins Bodenlose anwachsenden Subventionen in Deutschland: "Mit den neuen Solarstromanlagen möchte ewz die Produktion von Solarstrom um rund 1'000 auf 6'400 Megawattstunden Energie pro Jahr steigern."

Trotzdem favorisiere ich die Energieverwendung vor Ort wegen der Transportverluste im Hochspannungsnetz durch den elektrischen Widerstand. Solarenergie verhilft zu warmem Wasser, um im Gebäude Strom oder Primärenergie zu sparen. Beim Speichern von Solarenergie gehen 10 bis 30 Prozent der gewonnenen Energie verloren, was für die direkte Gewinnung von warmem Wasser spricht. Wenn es trotzdem Strom sein soll, dann wäre ein Aufladen von Akkumulatoren sinnvoller, die bei Dunkelheit eine Beleuchtung speisen. Sobald die Stromspeicher leer sind, wird automatisch auf Netzstrom umgeschaltet.

Die Deutsche Energieagentur erläutert für Laien sehr gut verständlich, wann eine Einspeisung ins Netz und wann eine Inselanlage wirtschaftlich sinnvoll ist.

Hans Kolpak
Innovative Bausoftware

Permalink: Zürich treibt Solarstromproduktion voran

Tags: Solarstrom  Inselanlage  Solarwärme  Ausschreibung 

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